Murray River und Alpines mit Hindernissen
Im 19. Jh. war der Südosten Australiens noch wenig erschlossen. Der Murray River bot sich als Transportweg an und wurde zu einer wichtigen Verkehrsader, wo Schiffe notwendige Materialien ins Landesinnere transportierten. Straßen oder Zugstrecken gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Der Murray erlebte ab 1850 mit dem Einsatz von Raddampfern seine Blüte und hunderte von Booten befuhren den Fluß. Durch den wechselnden Wasserstand insbesondere im Oberlauf strandeten manche Boote und mussten Monate bis Jahre ausharren, bis sie die Reise fortsetzen konnten.
Echuca am Murray entwickelte sich zur bedeutenden Flusshafenstadt und erlebte seine wirtschaftliche Blütezeit. Zu Beginn des 20. Jh. lösten Eisenbahn und Straßen die Schiffe ab und Echuca verlor seine wirtschaftliche Grundlage und Bedeutung. Erst der Tourismus belebte die Stadt wieder. Zahlreiche Raddampfer der alten Zeit wurden restauriert und liegen zur Besichtigung am Hafen. Auch können Touristen mit alten Raddampfern eine Reise auf dem Murray unternehmen.








So langsam kommen wir den australischen Alpen näher. Die Berge prägen weniger hohe Gipfel, als langgezogene Hügelketten und Hochplateaus, der Mt. Kosciuszko mit seinen 2.229 m die höchste Erhebung.







Das Wetter ändert sich und wird dem australischen Hochsommer gerecht. Drei Tage lang sollen die Temperaturen über 40 Grad steigen, was sich ziemlich unangenehm anfühlt. Zum Glück finden wir in den Bogong High Plains bei Falls Creek in ca 1.600 Meter Höhe eine kühle Alternative.




Unser Lager schlagen wir an einem urigen Platz umgeben von Snowgums, den alpinen Eukalyptusbäumen, in absoluter Ruhe auf. Lediglich 5 Plätze umfasst der Platz, wovon zwei für Pferdegruppen vorbehalten sind. Sogar Pferdekoppeln gibt es, wo die Tiere die Nacht verbringen können. Stellen es uns toll vor mit Pferden durch die High Plains zu reiten und den Abend in einem schönen Camp zu verbringen.




2003 fegte ein Buschfeuer über die Gegend und noch heute sieht man die grauen Gerippe der abgestorbenen Bäume. Es finden sich Wanderwege, ein Stausee zur Erfrischung und im Winter ein kleines Skigebiet.
Die High Plains bieten wie angenommen kühlere Temperaturen und erlauben uns die Aktivitäten in dem Gebiet.










Ein Problem werden die hohen Temperaturen dennoch. Im Tal in Victoria herrschen sie weiter und begünstigen die Entstehung von Trockengewittern, die bei uns selten vorkommen. Sie verhalten sich am Anfang ähnlich normaler Gewitter. Wasserdampf steigt nach oben, kühlt in den höheren Schichten ab und bildet Wolken. Die elektrischen Ladungen / Spannungen in den Wolken nehmen zu und und entladen sich, bei uns begleitet von Wind, Donner, Blitz, Regen und Hagel. Bei Trockengewittern fehlt der Regen oder Hagel. Auf dem Weg nach unten verdampft das herabfallende Wasser aufgrund der hier vorherrschenden heißen Temperaturen. Die Blitze treffen auf der Erde dennoch ihre Opfer und die hohen Winde begünstigen die dabei entstehenden Feuer.
Die Bundesstaaten Australiens stellen Emergency Fire Apps zur Verfügung, die anschaulich zeigen, wo Feuer ausgebrochen sind, ob sie unter Kontrolle sind, das Gebiet gefährdet ist oder ob Menschen es sofort verlassen müssen.
Ein anderes Phänomen sind die Temperaturen der Feuer um sie herum, die weit ausstrahlen. Wir kennen es von unseren jährlichen Sonnwendfeuern, wo wir gerne 20 Meter Abstand vor dem kleinen Feuer, im Vergleich zu den brennenden Wäldern und Buschlandschaften hier, halten.

Über 4 Tage bläst der Wind mit Böen von 70-90 km/h. Die Feuerwehren haben bei diesen Gegebenheiten wenig Chance Maßnahmen zur Eindämmung der Feuer zu ergreifen.
Unsere Fire App hilft uns die Situation am Camp einzuschätzen und sind erleichtert, dass die Feuer noch weiter weg sind.
Geschockt sind wir von der Dimension der betroffenen und gefährdeten Gebiete. Weite Flächen des Bundesstaates Victoria sind davon betroffen. Selbst 50 km nördlich von Melbourne wüten Feuer.
Die High Plains werden immer leerer, bis wir die letzten in unserem Camp sind.
Sprechen mit unseren Campingnachbarn, die in den Urlaub gefahren sind und verstehen die Gründe für Ihre verfrühte Abreise. Auch wenn ihr Heim nicht direkt vom Feuer bedroht ist, liegen viele in den gefährdeten Gebieten und die Menschen brechen gerne vorzeitig ihren Urlaub ab, um zuhause zu prüfen ob z.B. die Wassertanks voll sind und sonst alles in Ordnung ist.
So ganz allein da oben mit den Feuern herum, wird es langsam unheimlich. Wir packen unsere 7 Sachen und fahren entgegengesetzt des Feuers auch wenn es noch 70 km von uns entfernt ist. Auf Jokers Flat am Bach, einem idyllischen Platz, setzt sich die Leere fort. Normalerweise tummeln sich in der Ferienzeit hier am Camp die Erholungssuchende und wir sind mit 2 anderen Reisenden die einzigen. Die meisten sind schon nach Hause gefahren. Umso leerer ist die Stelle im Bach, in der wir herrlich schwimmen können.







Für uns wird es schwieriger die geeignete und vor allem sichere Reiseroute zu wählen . Wir finden sie über die Hotham Heights, einem Hochplateau mit großem Skigebiet. Die Fernsicht von oben ist durch die, vom Rauch diesige Luft eingeschränkt, so dass wir das nächste Camp im Tal aufschlagen.











Ein weiterer interessanter Park in den Alpines ist der Mount Buffalo NP. Die mächtige zerklüftete Granitkuppe des Mount Buffalos ragt wie eine Insel aus der umgebenden Hügellandschaft heraus. 90 Kilometer Wanderwege durchziehen den Park und die meisten davon sehen wir uns auf der Landkarte an. Imposant ist die Wanderung zum Gipfel des Mount Buffalos. Über vorbildlich ausgebaute Wege und Metallführungen kann auch der wenig trittsichere Wanderer den Blick vom Gipfel genießen.











Zwei Wochen hielten wir uns fast durchgängig im Busch auf. Bevor es in die Metropole Victorias geht, erledigen wir auf einem netten Campingplatz bei Myrtleford unsere überfällige Arbeit am Computer, gehen der Körperpflege und bereiten den nächsten Post vor.

Impressionen
























Veröffentlicht am 17. Januar 2026, in 2026, Victoria. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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