Das Outback mit seinen speziellen Erlebnissen

In Moree, einem etwas größeren Städtchens landen wir nun endgültig im Outback. Die Besonderheit von Moree und den angrenzenden Städten und Gebieten ist das thermische Wasser mit seinen Mineralien, welches sich in einer Tiefe von 300 bis 1.500 Metern befindet und aus dem Großen Artesischen Becken (Fläche 1,7 Millionen km²) stammt.
Viele der Städte legten Becken mit ca. 40°C warmen Thermalwasser an und der Thermal Way mit über 1.000 km führt zu all diesen Orten. Australien hat nicht die Heilbäderkultur wie Europa entwickelt und nutzt die Wärme des Thermalwassers zur Entspannung, obwohl es ähnlichen Mineralgehalt aufweist wie unsere.
Wir landen erst mal an einem einsamen Camp am Barwon River in Gesellschaft von ängstlichen Rindern und Warane, bevor wir Wegabschnitte des Thermal Ways folgen. Bei der Art von Camps ist es immer anzuraten, das Zelt nicht unter großen Eukalyptusbäumen aufzustellen, da sie die schlechte Angewohnheit haben plötzlich ihre Äste abzuwerfen. So auch auf diesem Platz, wo unweit unseres Camps verdächtiges Knacken zu hören ist und plötzlich eine Baumstamm dicke Verzweigung krachend zu Boden fällt.





In Collarenebri kommen wir zu unserem ersten, sehr warmen Pool. Nachdem wir uns an die gut 40 Grad gewöhnen ist er kuschelig warm und genießen das Wasser trotz Außentemperaturen um die 33 Grad.


In Walgett dem nächsten Ort bestaunen wir die Wandgemälde und ratschen mit einem Backpacker aus Niedersachsen am Schwimmbad, wo er als Liveguard arbeitet. Die internationalen Backpacker, die in der Regel ein Jahr in Australien verbringen arbeiten meist 6 Monate und reisen den Rest der Zeit durch das Land. Viele landen in den großen Städten oder auf Fruchtfarmen. Das Outback nutzt ebenfalls seine Chance und bietet diverse Jobs an, die auch angenommen werden und hilfreiche Arbeitskräfte für das wenig besuchte Outback darstellen. Glauben auch, dass die jungen Menschen dort eine interessantere und lehrreichere Zeit als in den gewohnt großen Städten erleben.




Wer der Opalsuche verfallen ist, versucht sein Glück in Lightning Ridge. Im Wohnwagen lebend, suchen meist Männer im Untergrund die begehrten Steine. Weiße „Maulwurfshügel“ zeugen von ihrer mühsamen Arbeit, die hier meist individuell mit Muskelkraft durchgeführt wird und nicht im großindustriellen Maßstab.







Unsere Zeit in Lightning Ridge fällt ins Osterwochenende, welches mit Rodeo, Pferderennen, Spielen und Märkten begangen wird. Das Rodeo lassen wir uns nicht entgehen und sind gespannt wie der Nachmittag und Abend verläuft. In Deutschland würde die Veranstaltung sofort den Sicherheitsbestimmungen, sanitären und hygienischen Vorschriften zum Opfer fallen. Zum Glück nicht in Lightning Ridge und wir erleben eine interessante und spannende Veranstaltung. Mit fliegenden Motorradfahrern beginnt die Show. Danach versuchen sich die Reiter auf den bockenden Pferden zu halten und beängstigend sind die Ritte auf den Bullen, die mit Leibeskräften, Hufen und Hörnern versuchen, sich des unliebsamen Gastes auf ihrem Rücken zu entledigen. Leider ist es beim Rodeo üblich dem Tier, Pferd oder Bulle, einen Flankengurt anzulegen um zum Bocken zu animieren. Sowohl beim Rodeo als auch beim Bull Riding landen viele der Reiter unsanft am Boden und humpeln aus der Arena. Glücklich sind die, die beim Erklingen der Glocke nach einer bestimmten Zeit das Reittier verlassen können und versuchen von dem bockenden Tier auf den sicheren Hafen des herbei reitenden Pferdes samt exzellenten Reiters zu gelangen.
Unsere Gefühle fahren bei dem Spektakel Achterbahn, auch wenn die Fähigkeiten und Mut der Menschen beeindruckend ist. Witzig ist es nach dem Verlassen des Rodeos auf dem staubigen, vollen und stockdunklen Gelände auch Parkplatz genannt unseren Snowy neben all den anderen „Snowys“ zu finden. 80 Prozent der geparkten Fahrzeuge sind Fahrzeuge der gleichen Gattung und irren eine Weile herum bis wir Snowy schließlich finden.

















Die anderen Besichtigungen der Stadt mit dem Thermal Bath, dem Markt, der Gemälde sind entspannender und teils Outback like skurril.







Welcome to the Outback und mit dem Club in the Srub (Club im Gebüsch) gehts munter weiter.
Ursprung ist wieder die Suche nach Opalen. Der Club mit seiner Bar ist das Zentrum des ein paar Seelen großen Ortes und in ausgesprochen origineller Umgebung genießen wir unseren Hamburger.





Das Glengarry Hilton Hotel, ein paar Kilometer weiter, ist dem australischem Humor geschuldet und weniger dem Luxus eines schicken Hotels. Von der Decke hängen die liegengelassenen Hüte und Cappies und auf den gezimmerten Holzstühlen sitzen Touristen mit freundlichen Minern auf einen kurzen Chat. Den zweiten Hamburger innerhalb zwei Stunden lassen wir schweren Herzens in diesem Ambiente aus.




Aboriginal peoples besiedelten Australien bereits zehntausende Jahre vor der Ankunft von James Cock. In Brewarrina zeugen Fischfallen im Fluss von ihren Aktivitäten. Die Fallen sollen 40.000 Jahre alt sein und wurden in des historische UNESCO Welterbe aufgenommen.



Nach all den spannenden Dingen, die wir sahen schlagen wir erst einmal an einem ruhigen Flusscamp am Darling River bei Bourke für zwei Tage unser Lager auf und lassen es gemütlich angehen.



Am ersten Abend berichtet uns Olivia, eine finnische Backpackerin, die hier ebenfalls übernachtet, von ihrer ungewohnten Tätigkeit. Sie wollte schon immer Schafe scheren und fand die Erfüllung ihres Traumes in Australien. Zuerst wurde sie von einer Organisation in das Schafscheren eine Woche in Queensland eingewiesen, bevor sie in ein Team aus 20 Personen zu ihrem nächsten Einsatzort abgerufen wird. Für ein geschorenes Schaf erhält sie abhängig von der Größe des Schafes 4 – 8 australische Dollar.
Heute schafft sie 120 Schafe am Tag was ihr 500 australische Dollar oder 300 Euro einbringt.
Die Profis schaffen 200 bis 250 Schafe am Tag. Das Leben und die körperlich harte Arbeit gefallen ihr und will es 2 – 3 Jahre leben, bevor die junge Dame wieder nach Finnland zurückkehrt.
Mal sehen wie sich das Leben für Olivia entwickelt, oft anders als geplant.
Nun folgen wir dem Darling River Run, einer 500 Kilometer langen Schotterstraße am Darling River.


Passend zu unserer finnischen Schafschererin Olivia halten wir an der Dunlop Station, einer ehemaligen Schaffarm entlang der Straße, stellen das Zelt auf dem Gelände am Fluss auf und abends besucht uns überraschenderweise Kim, die Chefin der Farm. Fragt ob alles in Ordnung ist, versüßt uns den Abend mit mitgebrachten Süßigkeiten und ratschen ein wenig. Die Einnahmequelle der Farmer nur von der Viehzucht reicht oft nicht aus, so dass Farmer auf ihrem Gelände Campingmöglichkeiten anbieten und die Dunlop Station wartet zusätzlich mit einer Führung durch das Farmhaus auf. Als Kim die Farm übernahm, war die Farm in einem traurigen Zustand mit all dem Inventar. In mühevoller Arbeit renovierten sie die Räume und ließen sie im alten Glanz wieder aufblühen. Mit Kim als liebevolle und kompetente Führerin erhalten wir einen Einblick in die Geschichte und Lebensweise der Bewohner der Schaffarm. Leider wird das Scherhaus gerade renoviert und müssen es auslassen.





Kim empfiehlt uns das Schaffarm-Museum in Hay und erneut ändern wir unsere Pläne, verkürzen den Darling River Run und fahren den Umweg zum Museum.
Und er lohnt sich. Interessante Darstellungen führen uns in die Geschichte des Schafscheren ein. Wieder sind es die Menschen, die diese besondere Arbeitswelt prägen. Das Leben als Schafscherer ist hart, selten zu Hause, ständig neue Einsatzorte, 200 Schafe oder mehr jeden Tag in gebückter Haltung zu scheren belastet den Körper. Für die meisten Scherer endet ihre Laufbahn nach 10 bis 15 Jahren, bevor ihr Körper nein sagt. Mit Jack finden wir einen Scherer der seinen Job 30 Jahre lang ausübte, ihn wegen eines Herzinfarktes aufgab und nun im Museum Schafe für Besucher zur Anschauung schert. Das Schafscheren ist hochinteressant und Jack beherrscht und liebt sein Handwerk. Er ist dem Scheren verfallen und würde trotz aller Widrigkeiten im nächsten Leben wieder als Scherer zu den Tieren zurückkehren. Wenn wir mit ihm zusammen sind, verstehen wir, dass unsere Finnin dem Team der Schafscherer verfallen ist. Auch Jack ist phantastisch, liebevoll und eine spezielle Person. Als Dank für unser Interesse schert er ungefragt für uns ein weiteres Schaf.



















Impressionen




































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Veröffentlicht am 16. April 2026, in 2026, New South Wales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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