Perth mit seinen 2,3 Millionen Einwohnern, die einzige Haupt- und Großstadt Western Australia ist das nächste Ziel. Bereits 2018 bei unserer damaligen Australienreise war Perth für 3 Wochen unser Stützpunkt, nachdem sich Thomas im Kennedy Range NP das Handgelenk brach und in Perth operiert wurde.
Perth hat den Ruf der einsamsten Großstadt der Welt, da die nächstliegende Großstadt Adelaide 2.000 km entfernt liegt. Dennoch bietet Perth alles was eine Großstadt ausmacht und wächst stetig weiter.
Blick auf Perth vom Kings ParkPerth
Unser Lieblingsziel in Perth ist der Kings Park. Mit seinen 400 ha mitten im Zentrum zählt er zu einem der größten innerstädtischen Parks der Welt. Er beherbergt den Western Australian Botanic Garden mit über 3.000 Pflanzenarten, ist bekannt für seine Wildblumen, Wanderwege, Parks und bietet einen spektakulären Blick auf die Skyline von Perth und die Bucht des Swan Rivers. Wir fühlen uns hier immer wohl und durchstreifen gerne den Park.
Kings Park, PerthKings Park, PerthEingebettet im Kings Park, PerthRose Mallee, Elukalyptus Art, Botanic Garden, PerthRose Mallee, Elukalyptus Art, Botanic Garden, PerthTall Mulla Mulla, Botanic Garden PerthSenna notabiles, Botanic Garden PerthKings Park, PerthTree Fern, Botanic Garden PerthKings Park, PerthAufbau für das Lightscape (Lichterfest) im Kings ParkKings Park, PerthPerth
Das Wetter spielt mal wieder nicht mit, so dass wir erneut froh sind über die Camp Kitchen auf dem weitläufigen wenig besuchten Campingplatz mit seinen Grasflächen und Baumbewuchs.
Advent Park, Perth
„Fremantle“ (Freo) ist die historische Hafenstadt von Perth in Western Australia. Mit ihren gut erhaltenen Gebäuden aus dem 19ten Jahrhundert, dem geschäftigen Hafen und einer lebendigen Kunst- und Kulturszene verbindet die Stadt maritime Geschichte mit modernem Lebensstil. Heute zählt Fremantle zu den beliebtesten Reisezielen der Region“.
So wird Fremantle beschrieben und tatsächlich ist es über die Jahre zu einem Magnet für Besucher geworden. Wir kennen Fremantle seit über 30 Jahren und finden, dass es sich nicht zu seinem Besseren entwickelt hat. Viele der alten charaktervollen Arbeiter- und Hafenkneipen, in denen wir urige und nette Abende erlebten, sind verschwunden. Dafür gibt es jetzt Luxushotels mit dem entsprechenden Publikum, viele kleine Cocktail Bars, Kunstateliers, Dönerbuden und zahlreiche billige Läden. Der raue Hafen Pubcharacter vor 30 Jahren, der uns besser gefiel, ist kaum noch zu finden. Den meisten heutigen Besuchern gefällt es und wir sind mit unserem Geschmack aus der Zeit gefallen.
Etagenlagerung der Boote, FremantleFremantle Fishing Boat HarbourFremantle Fishing Boat HarbourEsplanade Park, FremantleFremantleFremantleMarkets, Fremantle
Eigentlich will Susi am Donnerstag von Perth nach Adelaide zum Spritzen fliegen und am darauffolgenden Tag ist geplant Perth zu verlassen. Am Mittwoch
Nachmittag erreicht uns das Email der Arztpraxis und teilt uns mit, dass der Arzt verhindert ist und es keine Vertretung gibt. Susis Termin wird abgesagt und auf Donnerstag nächste Woche verschoben. Das kommt uns gar nicht gelegen – der gebuchte Flug muss verschoben werden, was mit Kosten und Ärger verbunden ist, sitzen eine Woche in Perth fest und das übelste, am Samstag zieht eine ungemütliche Schlechtwetterfront mit Regen und Böen mit Windgeschwindigkeiten von 125 km/h über Perth hinweg. Noch nicht genug damit, diese Wetterfront hält sich auch noch 3 Tage lang. Mehr schlecht als recht bringen wir diese ungastliche Zeit hinter uns. Hoffen ständig, dass die Bäume standhalten und nichts von oben herunterfällt. Übel sind die Nächte mit dem Regen, dem Krach der Bäume, wenn Windböen durch sie stürmen und schlafen nicht all zu gut.
Das Glück ist mit uns und bis auf kleine Zweige die auf unseren Platz fallen, kommen wir glimpflich durch die 3 Tage. Der dicke Ast von einem der Bäume ist weit weg von uns heruntergefallen und hat keinen Schaden verursacht. In der Not rücken die Menschen näher zusammen und so lernen wir Michael und Florian besser kennen, die beide in der Nähe von uns campen. Michael ein Australier wechselt gerade seinen Wohnsitz von Sydney nach Perth, wo er bereits arbeitet und lebt in der Übergangszeit in seinem Dachzelt. Florian, ein junger Mann aus Frankreich verbringt 1 Jahr in Australien mit reisen und arbeiten. Trotz seines Studiums als Prozessingenieur findet er auf diesem Gebiet hier keine passende Stelle und die Jobs als unqualifizierter Arbeiter sagen ihm auf Dauer nicht zu, insbesondere da er eine bessere Qualifikation aufweist. Wir vier verbringen viel Zeit zusammen, haben viel Spaß, tauschen uns mit unseren individuellen Gegebenheiten aus und abends besuchen uns regelmäßig zwei hungrige Bandicoots.
Vor dem Sturm, Advent Park, PerthNach dem Sturm, Advent Park, PerthNach dem Sturm, Advent Park, PerthLustige Truppe, Florian ganz rechts und Michael, Advent ParkWestern brown bandicoot, Advent Campground, Perth
Ein weiteres Highlight Perths ist das Aquarium. Gelegen am Meer beherbergt es eine Vielzahl von skurrilen, mächtigen und schönen Meeresbewohnern. Besonders imposant ist die Glasröhre, in der der Besucher trocken am Grund eines riesigen Aquariums durch die beeindruckende Unterwasserwelt geht. Über oder neben uns ziehen diverse Haifischarten, Rochen, Schildkröten, Fische hautnah an uns vorbei.
AQUA – The Auarium of Western AustraliaWeedy Seadragon, AQUAWeedy Seadragon, AQUA AQUAAQUAAQUA AQUA AQUAAQUAAQUAAQUAJetzt wird es klarer, AQUA AQUAAQUALionfish, AQUAMoraine, AQUAPeacock Mantis Shrimp, AQUAHermit crabs, AQUA
Wer die australische Tierwelt sehen will, geht in den Caversham Wildlife Park. Der Park beherbergt viele der Tiere, die man mit Glück auch in der freien Wildbahn sieht. Die zahmen Kängurus sind den Mensch bereits so gewohnt, dass sie sich streicheln lassen und nichts einwenden, wenn ihnen die freilebenden Ibisse das Futter stibitzen. Eine Besonderheit ist das Koalagehege. Im Busch sitzen sie in 30 Meter Höhe im Baum, so dass sie recht klein wirken und hier sind sie ganz nah zu sehen. Es ist sogar möglich, den Koala unter Aufsicht einer offiziellen Person zu streicheln, was sie gar nicht stört.
Caversham Wildlife ParkCaversham Wildlife ParkEs schläft, ein Goodfellows’s Tree Kangaroo, Caversham Wildlife ParkTammer Wallaby, Caversham Wildlife ParkWer hängt denn da? Caversham Wildlife ParkFlying fox, Caversham Wildlife ParkEr beobachtet uns, Caversham Wildlife ParkCaversham Wildlife ParkCaversham Wildlife ParkOh je, Anstehen für ein Bild mit einem Koala, Caversham Wildlife Park„Junior“, Caversham Wildlife ParkSusi lässt sich überreden und geht zu Junior, Caversham Wildlife ParkSo ein weiches Fell, Caversham Wildlife ParkShingleback (Bobtail), Caversham Wildlife ParkSplkiny Leaf Insect, Caversham Wildlife ParkTawny Frogmouth, Caversham Wildlife Park
Die Tage vergehen dann doch schneller als gedacht, Susi fliegt wie verschoben am Donnerstag nach Adelaide und wir setzen am Freitag die Reise zum Nambung NP mit seinen Pinacles fort. Tausende Kalksteinsäulen aus gelbem Wüstensand ragen aus der skurril wirkenden Landschaft heraus und wir streifen zu Fuß durch diese beeindruckende Landschaft. Wer möchte, kann den Weg auch mit dem Auto fahren. Manche der Säulen sind bis zu 3 Meter hoch und gehen die gleiche Länge unter den Sand, wo sie mit einer festen Kalksteinplatte verbunden sind. Die Pinacles entstanden vor etwa 500.000 Jahren aus Dünen mit Kalkmuschel Fragmenten und Meeresablagerungen. Der Kalk in Verbindung mit Wasser verfestigte den Wüstensand und über die Jahrtausende formten Verwitterung und Winderosion die heutigen Säulen. Über die lange Zeit nimmt man an, dass das Gebiet immer wieder freigelegt und später verschüttet wurde. Das Gebiet was wir heute sehen soll erst vor 1.000 bis 10.000 Jahren freigelegt worden sein.
Adelaide AirportAdelaide AirportVisitor Center, Nambung NPNambung NPNambung NPNambung NPNambung NPNambung NPNambung NPNambung NP
Am Lake Indoon finden wir einen gemütlichen Campingplatz mit Toilette und bleiben 2 Tage. Der erste gemütlich und der zweite wieder spannend, wo es zur Stockyard Gully Höhle geht, eine wenig besuchte Attraktion, nur auf abenteuerlichen Wegen zu erreichen. Doch davon später.
Lake IndoonLake IndoonLake IndoonLake IndoonAustralian Ringneck, Lake Indoon
Zuerst führt uns eine sandige mit Felsabschnitten besetzte Piste zu der Höhle. Wir parken Snowy auf dem leeren Parkplatz und machen uns auf den Weg. Wissen vom letzten mal dass es eine Höhle ist, durch die man gehen kann. Früher trieben Farmer ihre Rinder und Schafe zum Schutz in die Höhle.
Zuerst führt der Weg durch ein Bachbett mit grüner Vegetation, bis am Ende ein kleiner Kletterpart vor dem Höhleneingang wartet. Sie ist 330 m lang, windet sich durch den Berg, ist stockdunkel, nicht erschlossen und an manchen Stellen 30 m hoch und 20 m breit. Der Boden der Höhle ist das sandige Flussbett. Bei starken Regenfällen kann die Höhle zur tödlichen Falle werden und über die Jahre hat sich der Fluss durch den Berg gegraben.
Mit mulmigem Gefühl gehen wir hinein und sind heilfroh eine starke Taschenlampe dabei zu haben. Kurz reicht das Tageslicht in die Höhle, doch durch die Windungen wird es zunehmend dunkler, bis wir schließlich nichts mehr sehen, Dunkelheit umgibt uns. Spooky!!!
Unerschrocken setzen wir den Weg fort und sind froh nach 15 Minuten einen Lichtschimmer am Ende des Tunnels zu sehen.
Zurück geht es dann auf bekanntem Weg einfacher und auch dort sind wir wieder alleine.
Weg zur Stockyard Gully CaveÜber Steine zur Stockyard Gully CaveNoch etwas zu Fuß zur Stockyard Gully CaveÜber die SteineEingang zur Stockyard Gully CaveLetzter Blick zurück, Stockyard Gully CaveDas ist aber dunkel, Stockyard Gully CaveStockyard Gully CaveOhne Taschenlampe wären wir dagegen gelaufen, Stockyard Gully CaveLicht in Sicht, Stockyard Gully CaveStockyard Gully CaveBienen am HöhlenausgangPink Cockatoo bei der Stockyard Gully Cave
Der Hinweg mit Snowy von Norden zur Höhle auf der steindurchsetzten Sandpiste war Ok, doch dachten wir der offizielle Weg von Süden ist besser, so dass wir uns für diesen Weg zurück entscheiden.
Am Anfang geht die enge Sandpiste und stellt für Snowy im 4-wheel Modus und geringem Druck in den Reifen kein Problem dar. Nach ca. 3 km sehen wir ein riesiges Wohnwagengespann vor uns und wundern uns, dass es sich nicht bewegt. Beim Näherkommen stellen wir leider fest, dass es im Sand steckengeblieben ist. Die Familie mit Ihren zwei kleinen Kindern versucht bereits seit 1,5 h sich zu befreien. Helfen gerne mit unserer Schaufel, auch deshalb weil wir gar nicht an dem steckengebliebenen Gespann vorbeifahren können. Nach 1 h mit Schaufeln und gescheiterten Versuchen entscheiden wir, dass wir versuchen mit Snowy vor dem Gespann zu parken und ihn mit der elektrischen Seilwinde herausziehen. Dafür muss Thomas „nur“ 1 km rückwärts fahren, um auf die sich dort teilende Straße zu kommen, was auf dem engen, sandigen Weg nicht so einfach ist.
Auf dem Weg, der für den Gegenverkehr gedacht ist hoffen wir dann, dass uns kein Auto entgegen kommt. Daraus wird nur nichts und fahren auf ein anderes festsitzendes Fahrzeug zu, das sich gerade selbst erfolgreich versucht mit der Seilwinde zu befreien.
Bei der Rückfahrt steht da ein WohnwagenMal sehen was da los ist10t festgefahren
Den ganzen Tag sehen wir keine Menschenseele und jetzt gleich 2 bogged cars (steckengebliebene Fahrzeuge).
Auf dem Weg geht es nicht weiter. Wollen nun auf die andere Seite der Straße nur da ist der „Mittelstreifen „ dazwischen. Wagemutig nehmen wir Anlauf und schaffen es mit Snowy auf die linke Fahrbahnseite zu kommen.
Wir wechseln die Seite und bekommen Hilfe von dem zuvor festgestecktem Auto
Bis wir im Rückwärtsgang wieder bei dem großen Gespann sind, ist das andere vormals feststeckende Fahrzeug schon da und sind dabei die Seilwinden zu verbinden. Die Hoffnung steigt, dass es damit klappt, doch auch das hilf nicht.
Jetzt wird angehängtDas Gespann bewegt sich nichtHoffentlich geht es jetztWir legen noch Zweige vor die Reifen
Also wieder schaufeln und die Recovery Boards (Reifen Unterleg Schienen) unter die Reifen bringen.
Nochmal Schaufeln und die Bretter positionieren
Nach mehreren gescheitert Versuchen auch unter Einsatz von 2 Seilwinden gelingt es uns nicht. Das Gespann mit seinen 10 Tonnen ist einfach zu schwer.
Beim letzten Versuch, bevor wir aufgeben wollen und stärkere Hilfe anfordern ist das Glück mit dem Tüchtigen und das Gespann kommt frei. Die Freude ist groß und nach 3 h trennen sich unsere Wege wieder.
Hurra, geschafft
Bei der Einsamkeit im australischen Outback ist es für die meisten Australier selbstverständlich dass man sich gegenseitig hilft.
Nachdem wir heute 2 steckengebliebene Fahrzeuge sahen, wundern wir uns dass wir so problemlos durchgekommen sind. Wahrscheinlich liegt es an Thomas und seinen professionellen Fahrkünsten ;).
Müde und zufrieden geht es schon fast im Dunkeln zurück zum Lager und fallen müde ins Bett.
Bei der Einsamkeit im australischen Outback ist es für die meisten Australier selbstverständlich dass man sich gegenseitig hilft.
Nachdem wir heute 2 steckengebliebene Fahrzeuge sahen, wundern wir uns dass wir so problemlos durchgekommen sind. Wahrscheinlich liegt es an Thomas und seinen professionellen Fahrkünsten ;).
Müde und zufrieden geht es schon fast im Dunkeln zurück zum Lager und fallen müde ins Bett.
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