Kalbarri bis Tom Price

Wer eine Entscheidung trifft erntet deren Früchte oder erfährt die Konsequenzen.

Wir hatten uns in Adelaide vor knapp 2 Monaten entschieden die Route aufgrund der gesperrten Straßen im Norden zu ändern und erst einmal nach Perth und von dort nach Norden zu fahren.

Wie die ursprüngliche Route bei ihrer Fortsetzung verlaufen wäre, steht in den Sternen. Was man heute sagen kann ist, dass Teile der Straßen weiterhin gesperrt sind, dafür das Wetter meist gut war.

Monkey Mia

Wie unsere 2 Monate nach Adelaide verlaufen sind, können wir genau sagen. Die Natur, die wir erlebten oder die Menschen auf dem Weg waren wie gewohnt phantastisch. Wo wir Probleme hatten, war das Wetter. Die Temperaturen bewegten sich selten höher als 20 Grad, die Nächte gingen meist unter 10 Grad runter, der Wind blies in gewohnter Weise, die Sonne ließ sich selten blicken und wenige Tage waren richtig schön, meist herrschte bewölkter Himmel und Regen, teils heftiger, waren unsere ständigen Begleiter. Das Zelt ist für solche Bedingungen nicht der richtige Begleiter und das Lächeln viel teils schwer.

Ab Perth, wo wir hofften, dass das Wetter besser wird, setzen sich die gleichen Bedingungen fort. Am Lake Indoon ließ sich für 2 Tage die Sonne blicken, bevor der Regen wieder kommt und aus den anfänglich gedachten 2 Tagen werden 4. Und die Wetterbedingungen werden noch schlechter. Für Donnerstag ist den ganzen Tag Starkregen angesagt. Der Murchison River auf seiner Schotterstraße muss warten und mit kurzem Stopp in Geraldton finden wir Zuflucht in einem Apartment in Kalbarri.
Wir sind heilfroh hier eine Zuflucht zu finden. Draußen fällt wie angekündigt am kommenden Tag sintflutartig der Regen und wir verlassen den ganzen Tag nicht das Zimmer. Bleiben dann noch einen weiteren Tag im Apartment in Kalbarri, obwohl wir umziehen müssen.

Kalbarri Blick vom Reef Villas Appartment
Reef Villas Appartment, Kalbarri
Ziehen um ins Palm Resort, Kalbarri

Kalbarri selbst ist ein nettes, entspanntes, kleines Städtchen am Meer. Die grünen Wiesen davor laden zu Spaziergängen ein und hier werden auch seit Jahrzehnten täglich wildlebende Pelikane gefüttert. Eines der Tiere, der Platzhirsch, auch Naughty Boy genannt, hat am Flügel eine Wunde, die ihn nicht daran hindert die meisten Fische zu ergattern. Die Wunde stammt wahrscheinlich von einem Hund und die Tierärztin will ihn versorgen. Dafür wird er mit einem Fisch gelockt, den er natürlich gleich haben will. Die Tierärztin hält den Fisch in der rechten Hand, der Pelikan holt ihn sich mit dem Schnabel und gleichzeitig fasst die linke Hand der Ärzten den Schnabel und die Falle schnappt zu. Sofort kommen weitere Helfer, drücken ihn auf den Boden und der Platzhirsch weiß wahrscheinlich gar wie ihm geschieht. Fürsorglich wird seine Wunde versorgt und ein wenig betröppelt gesellt er sich wieder zu seinen Artgenossen, die das ganze Geschehen interessiert beobachteten.

Cinaman’s Beach, Kalbarri
Kalbarri
Kalbarri
Endlich kommt die Dame mit den Fischen, Pelican Fütterung, Kalbarri
Ehrenamtliche Helfer bei der Fütterung
Naughty Boy
Verletzter Naughty Boy
Ärztliche Betreuung des verletzten Naughty Boy, Kalbarri

Daneben findet sich in Kalbarri eine raue Küste mit zahlreichen Aussichtspunkten. Die Hauptattraktion sind die Gorges des Kalbarri NPs mit zahlreichen Wanderwegen. Wir beschränken uns auf die Wanderungen zu den Aussichtspunkten und genießen die tollen Aussichten.

Kalbarri
Kalbarri
Los geht’s, Kalbarri
Küste, Kalbarri
Küste, Kalbarri
Küste, Kalbarri
Pederick Lookout, Kalbarri
Wanderung zum Mushroom Rock, Kalbarri
Mushroom Rock, Kalbarri
Wanderung zum Nature’s Window, Kalbarri NP
Kalbarri NP
Nature’s Window, Kalbarri NP
Skywalk, Kalbarri NP
Wanderung zum Z Bend, Kalbarri NP
Z Bend, Kalbarri NP

Da es an dem Tag spät wird, bevor wir Kalbarri verlassen, schlagen wir das Lager an einem der hervorragenden 24 Stunden Rastplätzen mit Toilette am Highway auf. Abends sehen wir eine kleine Maus, die bei uns herumläuft und finden sie noch ganz witzig. Das ändert sich am Morgen als wir im Kofferraum von Snowy die Hinterlassenschaften von Mäusen und die angefressenen Äpfel, Tomaten und unsere angefressenen Lebensmittpackung sehen. Die Frage ist nun ob wieder alle Mäuse das Auto verlassen haben oder noch welche drin sind.

Mäuse Übernachtungsplatz

Schieben die Antwort auf später auf und setzen die Fahrt zur Shark Bay fort.

Vor mehreren Jahren zerstörte ein Zyklon den Steg zu den Stromatolithen beim Hermelin Pool und wir müssen am Ufer dieses historischen Ortes bleiben.

O.k. zugegeben, ein Hingucker sind die schwarzen Steine nicht, dafür der Gedanke oder die Geschichte.

Wir sehen einen Teil der Welt, wie sie vor 3,5 Milliarden Jahren ausgesehen hat. Ein ungemütlicher Ort mit giftiger Atmosphäre.

Harmelin Pool
Jetty am Harmelin Pool

O.k. zugegeben, ein Hingucker sind die schwarzen Steine nicht, dafür der Gedanke oder die Geschichte.

Stromatoliten, Harmelin Pool

Wir sehen einen Teil der Welt, wie sie vor 3,5 Milliarden Jahren ausgesehen hat. Ein ungemütlicher Ort mit giftiger Atmosphäre.

Die schwarzen Steine, genannt Stromatolithen, entstanden durch einzellige Cyano Bakterien. Die Bakterien leben nur auf der Oberfläche der Stromatolithen. Durch die Energie der Sonne und Photosynthese produzieren sie Sauerstoff und geben ihn ins Wasser und die Atmosphäre ab. Dabei formen die Cyano Bakterien auch die Stromatolithen.

Obwohl die Stromatolithen am Hermelin Pool nur 2.000 Jahre alt, sind sie verwandt oder ähnlich der ihrer Vorväter. Über hunderte von Millionen Jahren haben unzählige Cyano Bakterien langsam die Atmosphäre verwandelt, den CO2 Anteil reduziert, den Sauerstoffanteil erhöht und damit ermöglichten Sie unser heutiges Leben.
Wenn das keine atemberaubende Geschichte und Ort ist.

Stromatoliten, Harmelin Pool

 Nach den Stromatolithen folgt ein 120 Kilometer Küstenabschnitt mit kleinen weißen Muschelschalen, die sich bis zu einer Dicke von 12 Metern auftürmen. Am Shell Beach spielen wir sitzend mit den kleinen Muscheln.

Shell Beach
Shell Beach
Shell Beach
Shell Beach

 Vor ca. 60 Jahren fütterten Fischer bei Monkey Mia Delfine mit den Resten ihres Fanges und die Tiere gewöhnten sich daran. Die Wissenschaft gewann durch die regelmäßigen Besuche interessante Erkenntnisse über die Delfine und Natur-interessierte hatten ihre Freude. Heute kommen freilebende Delfine weiterhin nach Monkey Mia und erhalten 10% ihres täglichen Nahrungsbedarfs. Oft schon in der zweiten oder dritten Generation.

Der Ort entwickelte sich über die Jahre zu einem Magnet für Besucher mit der entsprechenden großen Infrastruktur, doch lassen sich die Delphine davon nicht stören und kommen nah ans Ufer und wir sind so wie schon vor 20 Jahren von Monkey Mia begeistert.

 

Monkey Mia, Shark Bay area
Monkey Mia

Weniger von der Maus im Snowy, die sich erneut unseren Lebensmitteln in der Nacht widmet und zahlreiche Lebensmittel anfrisst. Gehen dennoch zuerst zur Delphinfütterung, die heute nicht hungrig sind und uns bleibt nichts anderes übrig als danach den ganzen Kofferraum auszuleeren und so evtl. die Maus zu finden. Da hat sich doch eines der Tiere darin eingerichtet und das bekommt ihr schlecht. Thomas kniet hinten im Kofferraum und befördert ein Teil nach dem anderen zu Susi und kommt dem Übeltäter immer näher. Die Spannung steigt und die Seilrolle hilft, dass uns der kleine Beißer keinen weiteren Schaden zufügt.
Durch die Aktion bleiben wir noch eine weitere Nacht auf dem vollen Campingplatz und kommen nachmittags dann doch in den Genuss der Delphine die zu Ihrer verspäteten Fütterung ganz nah ans Ufer kommen.

Unser Camp, Monkey Mia
Wo ist die Maus, wir räumen alles aus, Monkey Mia
Monkey Mia
Monkey Mia
Monkey Mia
Indo-Pacific bottlenose dolphin, Monkey Mia
Die Rückenflosse wurde wahrscheinlich von einem Hai verletzt, Monkey Mia
Monkey Mia
Ehrenamtliche füttern die Delfine, Monkey Mia

Und weiter geht die Reise zum Kennedy Range NP einem Ort, der gemischte Gefühle hervorruft. Hat Thomas sich doch 2018 bei einer Wanderung das Handgelenk gebrochen und musste in Perth operiert werden.

Kurz vor dem Park campen wir an einem Fluß und stellen fest, dass unser kleiner Beißer einen Kumpel hatte und der ist weiterhin im Snowy und treibt sein Unwesen. Also wieder den ganzen Kofferraum ausleeren, nur ist die Maus cleverer. Sie rennt an Thomas vorbei, Susi erwischt sie auch nicht und verschwindet in der Stoßstange. Da kommen wir nicht ran und der ausgelegte Köder am nächsten Morgen ist weg. Jetzt haben wir ein Problem und die nächste Stadt ist weit weg. Müssen also noch ne Weile mit der Maus leben.

Mäusejagt am Camp am Lyons River
Lyons River
Fahrt durch den Lyons River

In der Kennedy Range bauen wir das Zelt umgeben von roten Felswänden auf, die abends dunkelrot leuchten und erkunden den Park. Die Wanderungen durch die Gorges sind schön und anspruchsvoll. Die Wege sind das Bachbett und führen durch raues Gelände. Mit der schlechten Erfahrung vom letzten mal gehen wir nicht alle Wege bis zum Schluß, da sie uns zu gefährlich erschienen und wir kein Risiko eingehen wollen.

Kennedy Range NP
Temple Gorge Campground im NP
Blick von unserem Camp
Morgenstimmung am Camp
Honeycomb Gorge, Kennedy Range NP
Temple Gorge, Kennedy Range NP
Temple Gorge, Kennedy Range NP
Temple Gorge, Kennedy Range NP
Temple Gorge, Kennedy Range NP
Drapers Gorge, Kennedy Range NP
Drapers Gorge, Kennedy Range NP
Drapers Gorge, Kennedy Range NP
Drapers Gorge, Kennedy Range NP
Drapers Gorge, Kennedy Range NP

In Carnarvon der nächsten größeren Stadt kaufen wir eine Mausfalle und hoffen sie damit loszuwerden. Treibt weiterhin nachts ihr Unwesen. Am nächsten Morgen steigt die Spannung, doch sind die beiden Fallen mit dem Brot mit bestrichener Penatbutter, eine Delikatesse für Mäuse, leer. Nachdem das Spiel die nächsten Nächte mit unterschiedlichen Ködern weiter geht und die Vorräte nicht mehr angebissen sind, sind wir den Übeltäter los. Anscheinend hat er irgendwann das Auto verlassen, nachdem wir ihm zunehmend von allen Lebensmitteln abgeschnitten hatten.

Wir wissen uns nicht mehr anders zu helfen

Exmouth und Umgebung wurden Anfang des Jahres von einem Cyclon getroffen und beschädigte etliches in der Stadt. Die Verantwortlichen müssen hart gearbeitet haben, da die meisten Schäden beseitigt waren und rechtzeitig für die Touristensaison wieder öffneten. Die Massen, die inzwischen nach Exmouth fahren finden ihre Unterkunft, auch wenn wir schon auf schöneren Plätzen das Lager aufschlugen.

Campground, Exmouth
Exmouth
Exmouth
Exmouth

Der angrenzende Cape Range NP mit seinen Walhaien, Schildkröten, Walen, weißen Stränden, die zu unterschiedlichen Zeiten die Gegend besuchen ist der Grund für das boomende Interesse.

Der Küste vorgelagert ist das Ningaloo Reef, welches sich 300 km nach Süden erstreckt und ein kleiner Teil davon wurde zum Cape Range NP erklärt, den wir erkunden.

Vlaming Head Lighthouse, Blick auf Ningaloo Marine Park
Vlaming Head Lighthouse, Blick auf Ningaloo Marine Park
Tantabiddi Boat Ramp am Ningaloo Marine Park
Mangrove Bay, Cape Range NP
T-Bone Bay, Cape Range NP
T-Bone Bay, Cape Range NP
T-Bone Bay, Cape Range NP
Turquise Bay, Cape Range NP
Turquise Bay, Cape Range NP
Turquise Bay, Cape Range NP
Turquise Bay, Cape Range NP
Turquise Bay, Cape Range NP
Oyster Stacks, Cape Range NP
Sandy Bay, Cape Range NP
Sandy Bay, Cape Range NP
Camp am Osprey Bay, Cape Range NP
Hurra Schatten, Parkplatz, Osprey Bay, Cape Range NP
Western Corella, Osprey Bay, Cape Range NP
Osprey Bay, Cape Range NP
Osprey Bay, Cape Range NP

Die Pilbara, eine der bekanntesten und wirtschaftlich wichtigsten Regionen im Norden von Western Australia trägt erheblich zur australischen Wirtschaft bei. Sie ist geprägt von roter Wüstenlandschaften ,riesigen Eisenerzvorkommen, spektakulären Landschaften und uralten Felsformationen. Die Region gehört zu den ältesten geologischen Gebieten der Erde. Teile des Gesteins sind über 3 Milliarden Jahre alt. Sie umfasst etwa 500.000 km² und ist damit größer als Deutschland.

Pilbara, Region ist eine der größten Eisenerzvorkommen der Welt
Pilbara
Mine, Pilbara
Mine, Pilbara

In Tom Price, einem der Zentren der Region finden wir einen spektakulären Platz zum campen und bleiben 3 Tage. Die Stadt selbst ist geprägt von den umliegenden Minen. Die meisten Menschen arbeiten dort und der rote Staub ist selbst in der Stadt zu sehen.

Tom Price
Tom Price
Tom Price
Tom Price

Impressionen

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Veröffentlicht am 26. Juni 2026, in 2026, Western Australia. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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