Abenteuerstrecke – Gibb River Road Teil 1
Am Cable Beach in Broome auf der Decke schmeckt das Abendessen nochmals besser, bevor morgen das große Abenteuer beginnt und es für 3 Wochen auf die Gibb River Road durch die Kimberleys geht.

Die Kimberley Region ist ein wenig größer als Deutschland und Österreich zusammen und mit ca. 40.000 Menschen kaum besiedelt. Aborigines, Rinderfarmen und Touristen teilen sich das Land. Als einzige Straße verläuft die Gibb River Road mit seinen 660 km, auf meist Schotterpiste, durch deren Mitte.
Von ihr gehen zahlreiche Holperpisten zu zahlreichen Gorges und an die 2.000 km lange zerklüftete Küste mit Gezeitenunterschieden von bis zum 12 Metern. Oft als letzte Wildnis Australiens bezeichnet, empfiehlt es sich die Strecke nur gut vorbereitet zu durchfahren. Wellblechpisten, Auswaschungen, Wasser Überquerungen, Roadtrains, so gut wie keine Infrastruktur, Tiere auf der Straße … erwarten den Reisenden. Mit Snowy, ausreichend Lebensmittel und Wasservorräten, Ersatzreifen mit Reifenreparaturset, den Reifendruck auf 26 psi gesenkt, sind wir gut gerüstet und es kann losgehen.
Zuerst geht es nach Derby der letzten Stadt, in der auch schon die ersten Boab Bäume zu sehen sind.

Der Boab-Baum ist eines der markantesten Wahrzeichen der Kimberley-Region und kommt nur im Nordwesten Australiens vor, vor allem in den Kimberleys. Sein dicker, flaschenförmiger Stamm speichert große Mengen Wasser und hilft ihm, die lange Trockenzeit zu überstehen, auch verlieren sie in der Zeit die Blätter. Mit über 2.000 Jahre können sie ein beachtliches Alter erreichen.

Ein besonders mächtiger wurde noch vor 150 Jahren für die Interessen der weißen Bevölkerung missbraucht und zählt heute noch zu den Schandtaten der australischen Geschichte.
Aborigines, die ursprünglichen Bewohner, nahm man gefangen um sie als Sklaven und willkommene Arbeiter, auch bei der Perlensuche, zu missbrauchen. Der Boab Prison Tree diente dank seines immensen Umfanges als Gefängnis, bevor die Menschen zu ihrem Einsatzort gebracht wurden, wo viele den Tod fanden.


Im Windjana Gorge NP, unserer ersten Station auf der Gibb, leben Süßwasserkrokodile (Freshies), die in der Sonne am Ufer des Lennard Rivers dösen. Normalerweise halten sich hier bis zu 100 Freshies auf, doch schwoll der Fluss während der letzten Regenzeit so stark an, dass er die meisten Freshies mit sich nahm und wir wenige entdecken. Das Süßwasserkrokodil wird dem Menschen nicht gefährlich, lebt es meist von Fischen und kleinen Tieren. Auch ist seine spitz zulaufende Schnauze zu klein um große Beute zu verschlingen. Man sollte dennoch einen gewissen Sicherheitsabstand von ihnen halten.
Ganz im Gegensatz zu den Salzwasserkrokodile (Salties), die alles essen und eine echte Gefahr für Menschen darstellen. Je weiter wir nach Norden kommen, umso wahrscheinlicher wird es sie anzutreffen und die Wahl des Badeortes muss gut überlegt werden, leben sie doch anders als ihr Name vermuten lässt auch im Süßwasser.










Als Tagesausflug geht es zum Tunnel Creek NP. Der Tunnel Creek fließt durch eine ca. 750 m lange Höhle, die in Dunkelheit durchwandert werden kann und als Draufgabe führt das Bachbett durch Wasserfurten, die uns bis zu den Oberschenkeln reichen. Oft ist es schwierig in der dunklen Höhle den richtigen Weg zu gehen, da auch tiefere Stellen und Felsen im Wasser warten.
Für Aufregung sorgt die ca. 5 m lange Olive Python, die am Eingang zur Höhle in der Sonne liegt. Der Weg führt 30 cm an deren Kopf vorbei. Wir warten erst einmal in sicherer Entfernung und sind erst beruhigt, als ein anderer Wanderer an ihr vorbeigeht, ohne dass sie reagiert und ihm kurz darauf folgen. Nach der ersten Hürde sind wir schließlich in der Höhle und bahnen uns mit der Taschenlampe, Turnschuhen und Fehltritten den spannenden Weg hindurch.







Am anderen Ende treffen wir einen Wanderer, der nach uns kam und zeigt uns ein Video mit seinem Erlebnis mit der Python vom Eingang. Der Bursche nahm glatt die Schlange am Schwanz und zog sie ein wenig vom Weg weg, ohne, dass sie Ärger machte. Zurück am Eingang ist Thomas mutig und streichelt die Python, die in der Zwischenzeit einen anderen Platz sucht ganz weit hinten.


Eine Gorge reiht sich an die Andere. Jede sieht anders aus, gemeinsam haben sie die oft anspruchsvollen Wege zu ihnen und herrliches klares Wasser, das trotz der Temperatur von 18 Grad oder darunter zum Schwimmen einlädt. Susi verzichtet schweren Herzens soll sich der hartnäckige Husten nicht verschlimmern. Übernachten entweder auf den Campingplätzen der Nationalparks oder auf Straßencamps.
Das Wasser der Bell Gorge ergießt sich über Kaskaden in mehrere Becken, umrahmt von Felswänden, Adcock und Galvans Gorge sind kleiner und wirken lieblich bis märchenhaft.















Am Besten gefällt uns die Manning Gorge und bleiben gleich 4 Tage, staut sich doch der Manning Creek an dieser Stelle und bildet einen kleinen See mit Sandstrand am Ufer und der Campingplatz liegt gleich davor.
Mit seinen zahlreichen Campern, den Lagerfeuern ist er voller Leben und die Camper mit ihren Kindern und Schwimm-Nudeln eilen zum Wasser.








Die eigentliche Gorge erreicht man auf einem 2,5 km langen, teils anspruchsvollem Weg, nur liegt der See dazwischen. Vor 10 Jahren gab es ein kleines Boot, mit dem man sich an einem Zugseil trockenen Fußes zum anderen Ufer ziehen konnte. Auch dieses wurde zum Opfer, als es der angeschwollene Manning Creek während der letzten Regenzeit mitnahm. Heute gibt es eine andere pragmatische Lösung. Die bekannten blauen stabilen Plastik Tonnen wurden von unten nach oben in der Mitte durchgeschnitten und ähneln jetzt Badewannen, in der der Wanderer seine Sachen legt und die Tonne schwimmend zum anderen Ufer schiebt.


Den mit roten Bändern markierten Wegen folgend, erreicht man die Gorge. Auch diese ist mit seinem Wasserfall und Becken wieder wunderschön und Wagemutige springen von oben in den Pool. Thomas verzichtet gerne und vergnügt sich schwimmend.








Vor 11 Jahren half Susi auf der Mt Elizabeth Station aus und kümmerte sich 4 Tage um die Gästezimmer. Die Besitzer Pat und Peter betrieben damals die Farm und neben den Rindern gab es ein leichtes touristisches Angebot. Wussten bereits, dass die Beiden nach langjähriger Arbeit das Anwesen verkaufen und nach Kanunura ziehen wollten. Natürlich besuchen wir die Farm wieder und sind erst einmal geschockt, dass Peter Anfang des Jahres unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben ist, hatte Susi damals ein sehr gutes Verhältnis mit ihnen.

Die neuen Besitzer betreiben weiterhin die Rinderzucht und die touristische Infrastruktur wurde groß aufgezogen. Vor ein paar Tagen waren 300 Camper da, abends flackert das Lagerfeuer und neben der Bar mit Kleinigkeiten zum Essen gibt es jeden Abend ein leckeres Dinner auf der halboffenen Terrasse. Die Stimmung an den langgezogenen Tischen ist gut und das Roastbeef schmeckt ausgezeichnet.
Grundsätzlich kann man sagen, dass auch Australien nach der Corona Phase einen Campingboom erlebte, der bis jetzt, ähnlich Europas, anhält.
















Impressionen
























Veröffentlicht am 15. August 2026, in 2026, Western Australia. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.
wieder ein super interessanter Beitrag. Danke, dass ihr mich so toll auf eurer Reise mitnehmt 😍😍🙋♀️
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