Vorsicht im Top End – Northern Territory

Darwin war ein Erlebnis mit seinen warmen Temperaturen, verbunden mit der hohen Luftfeuchtigkeit und dem Flair der Stadt. Kein Ort für uns zum Leben, aber die Zeit hier war interessant. Den Buffalo Bills Western Store, gleich neben unserem Oasis CP, statten wir vor der Abfahrt noch einen Besuch ab und kommen mit vollen Taschen wieder heraus. Den Jeans und schicken Hemden mit UV-Schutz konnten wir nicht widerstehen. Machen uns schon jetzt Gedanken, wie wir die vielen Errungenschaften nach Hause bringen, das Freigepäck ist schon lange überschritten.


Nun wird es spannend. Halten uns seit mehreren Wochen im Northern Territory auf, sahen schon Sweeties, doch die gefährlichen und beeindruckenden Salties nicht. Entscheiden uns für die Wetland Sunset Boat Cruise im Mary River NP am Corroboree Billabong, nachdem wir auf vergangenen Reisen bereits 2 mal an der schönen Sunrise Boat Cruise im Kakadu NP teilnahmen. Bauen das Zelt im nahe gelegenen Coroboree Park Tavern CP auf und Snowy findet Schutz unter einem großen Schatten spendenden Baum. Stuart der Guide holt uns mit dem Bus dort ab und fährt die Gruppe auf der Schotterstraße zum Billabong, wo er auch der Captain des kleinen Bootes ist.





Das permanente Feuchtgebiet ist ein Paradies für Vögel, Fische, Krokodile und andere Wildtiere. Stuart mit seinem umfangreichen Wissen und netten Art beschert uns eine spektakuläre 2 ½ stündige Reise durch das seit tausenden von Jahren unveränderte Feuchtgebiet, mit all seinen illustren Bewohnern. Nun sehen wir es endlich, das Wunderwerk der Natur. Bereits seit Millionen Jahren leben Salzwasser Krokodile auf der Erde und sind perfekt dafür gerüstet. Wo zahlreiche Tiere in der langen Zeit ausstarben, besiedeln sie weiterhin jeden Kontinent, nur in Europa sind sie nicht zu finden.

Aus sicherer Entfernung zum Boot kommen wir nahe an sie heran und bestaunen die Reptilien, wie sie in aller Ruhe im Wasser oder Land liegen. Der Eindruck darf nicht täuschen. Im Bruchteil einer Sekunde reagieren sie und Beutetiere, wozu auch der Mensch zählt, haben keine Chance. Sind auch perfekt mit ihren hunderten Sensoren, verteilt über den ganzen Körper, ausgestattet, um jegliche Bewegung im Wasser zu erkennen. Auch wissen sie von den Gewohnheiten ihrer Beutetiere und liegen bevorzugt da wo sie regelmäßig auftauchen. Sogar mit ihrem Schwanz dirigieren sie einen entdeckten Fisch zu ihrem Maul. Interessant ist das Verhältnis der beiden Krokodilarten zueinander. Dachten dass Salties den Sweeties überlegen sind. Durch Stuart erfahren wir, dass mehr die Größe entscheidend ist, welches Krokodil von welcher Rasse gefressen wird.
Neben der altertümlichen Tiere sehen wir Wasserbüffel, Seeadler, Reiher, Kormorane, Seerosen, schöne Wasserlandschaften und einen spektakulären Sonnenuntergang.



















Auf der Busfahrt zurück erzählt Stuart von Touristen die wie wir abends nach der Tour mit ihrem eigenen Wagen zurückfuhren und nachts auf der Schotterstraße mit 2 jungen Wasserbüffeln zusammen stießen. Da sind wir erst recht froh nicht selbst gefahren zu sein.
Beim Camp landen wir noch in der urigen Kneipe zusammen mit einem deutsch-österreichischen Pärchen und lassen den Abend bei gutem Essen gemütlich ausklingen.
Im Zelt liegend stellen wir fest, dass die Abenteuer des Tages noch nicht zu Ende sind und Flying Foxes auf ihrer nächtlichen Futtersuche den Baum oberhalb von Snowy mit seinen reifen Beeren für ihr Nachtmahl auserkoren haben. Machen die Nacht ziemlich Radau, fliegen direkt über unser Zelt und landen auch auf ihm. Snowy sieht am nächsten Tag dementsprechend aus. Das ganze Auto ist überzogen von den Exkrementen der Flying Foxes, die über eine erstaunlich gute Verdauung verfügen müssen. Man merkt, dass die Gegend anders ist, das Gehege für 2 Wasserbüffel und ein großes Saltie, das nur den Kopf zeigt, alles direkt am Campingplatz, hatten wir bis jetzt nicht.



Schließlich kommen wir zum Kakadu NP, dessen Touristenströme gegen Ende der Saison bereits ausgedünnt sind. Auch hier durchziehen mächtige Flüsse, die das Wasser der Regenzeit über zahlreiche Feuchtgebiete langsam ableiten, den Park.
Der Kakadu NP mit seinen 20.000 km² ist fast halb so groß wie die Schweiz und der größte Park Australiens. Bekannt für seine Wasserfälle, Feuchtgebiete und große Ansammlungen von Felsmalereien. Man nimmt an, dass ihn Menschen seit über 50.000 Jahren besiedeln. Bei Temperaturen von tagsüber 37° bleiben wir nur 2 Tage dort und schlagen das Camp am Merl CP auf, der sich bei interessanten Punkten befindet.



Im Schutz überhängender Felsen finden sich Felsmalereien der Aborigines. Obwohl teil über 1.000 Jahre alt, blieben sie zum Glück der Nachwelt erhalten. Sehen nicht nur eine, eher hundert, die fast alle fantastisch erhalten und gut gezeichnet sind.











Die Abendstunden sind für den Ubirr Rock eine gute Zeit um ihn zu besteigen. Die Temperaturen gehen langsam runter und die untergehende Sonne mit ihrem Licht geben der umliegenden Landschaft mit seinen Wiesenlandschaften, Feuchtgebiete und Felsformationen einen besonderen Charakter.





Jetzt kommt der Hammer – Carhills Crossing. Ein eher unscheinbarer Name für das Spektakel was er bietet. Der East Alligator River trennt hier den Kakadu NP vom Arnhem Aboriginal Land. Der Pegel des Flusses, von den Gezeiten des 50 km entfernten Meeres geprägt, steigt beim Einsetzen der Flut. Eine Betondurchfahrt verbindet die beiden Seiten des Flusses. Die Durchfahrt wird zum Höchststand der Flut um ca. 50 cm überschwemmt. Fische, behindert durch die Barriere, warten auf den Zeitpunkt, um das Hindernis zu überwinden. Das wissen auch die Krokodile und steuern zu der Zeit die Durchfahrt an.


Schätzen ihre Zahl auf 70 Tiere und alle über 4 Meter lang. Vor ca. 50 Jahren stellte die australische Regierung das Töten der Salzwasser Krokodile ein und die meisten größeren Tiere lebten damals nicht mehr. In den 50 Jahren seit dem sie ungestört leben können, wurden sie wieder größer und erreichen heute 4 – 5 Meter und sind sehr zahlreich. Das Wachstum ist damit noch nicht zu Ende In den nächsten 30 Jahren ihres Lebens können einzelne Tiere stattliche Größen von 7 Metern erreichen. Ware Ungeheuer für Boote, Fischer und Tiere. Denken, dass über die Jahre ein gezieltes Töten wieder erlaubt wird, bevor zu viele Menschen ihre Leben verlieren. Heute zählen Fische, die zahlreich kommen, zu den Opfern und die Salties schlagen sich die Bäuche voll. Manche legen ihr offenes Maul auf die Betondurchfahrt und warten geduldig auf Beute, die ihr Maul passiert. Vorbeifahrende Autos stören sie dabei nicht. Andere bedienen sich im Wasser liegend ihrer Sensoren und keines muss das blutige Schauspiel hungrig verlassen.







Um in der Strömung ihre Position zu halten steuern sie mit ihren zur Seite ausgestreckten Vorderbeinen und bringen uns zum Schmunzeln.

Auf erhöhten Plattformen, in sicherem Abstand, stehen wir Schaulustige und verfolgen mit großen Augen das Schauspiel der Natur.

Erneut durch die starken Regenfälle der letzten Regenzeit sind bekannte Wasserfälle wie die Jim Jim Falls gesperrt, andere uns zu schwierig zu erreichen, so dass wir nach diesen kurzen eindrucksvollen Tagen den Park wieder verlassen.
Kein Wunder, dass der Kakadu NP im Norden Australiens mit Darwin der Hauptstadt des Northern Territory Anziehungskraft haben und Touristen die Gegend gerne besuchen. Auch wir würden jederzeit gerne wieder hier her fahren.
Unser Zeitfenster zu Susis nächstem Flug von Alice Springs hat noch Luft und verbringen erneut etliche Tage am gemütlichen Edith Falls mit seinem schattigen CP und dem glasklarem erfrischenden Plunge Pool. Loretta und Maurice ein liebevolles Pärchen, welches wir bereits in Darwin auf dem Campingplatz kennenlernten und die Wetland Cruise zusammen machten, treffen wir hier wieder und verbringen viel Zeit zusammen.




Am letzten Nachmittag bekommen wir Nachbarn aus Bremen, Gisela 78 Jahre und Rainer 81 Jahre. Sie sind seit ca. 6 Wochen mit einem gemieteten Offroad Fahrzeug von Perth nach Darwin unterwegs und fuhren auch die Gibb, beeindruckend die Beiden. An den Beiden sieht man gut, dass solange der Körper mitspielt, der Kopf entscheidet, welche Abenteuer noch möglich sind und man sich zutraut.

Der Norden, die Gegend des Staunens. Als ob es nicht schon genug ist, auf dem Weg nach Süden geht es weiter. Im Elsey NP liegt Bitter Springs und Mataranka. Regenwasser fällt irgendwo herunter und versickert im riesigen unterirdischem Wassersystems Australiens. Im Elsey NP kommen Teile davon an unterschiedlichen Orten, erwärmt vom Inneren der Erde, wieder an die Oberfläche. Täglich ca. 30 Mio. Liter 34° warmes Quellwasser. Außerhalb des Parks wächst die übliche im Norden vorkommende, spärliche Vegetation. Im Park ein dichter Pflanzenteppich mit Palmen und Paperbark-Eukalyptusbäumen. Dazwischen fließen kleine Bäche mit kristallklarem bläulich schimmernden Quellwasser.
Im Bach der Bitter Springs, von Rangern krokfrei gehalten, lassen wir uns bei leichter Strömung im angenehm warmen Wasser mit Nudeln, schwimmend oder Taucherbrille abwechselnd mehrmals durch den 500 m langen Abschnitt treiben.



Besonders die Sicht im Wasser mit der Taucherbrille von 20 m ist für Süßwasser außergewöhnlich gut. Man kommt an Schwärmen kleiner Fische, Uferauswaschungen mit exzellenten Verstecken für Kroks vorbei und der sandige Boden ist bedeckt mit Wasserpflanzen.


Witzig ist der unterschiedliche Auftrieb von Susi und Thomas im Wasser auf der Nudel sitzend. Susi schwebt bis unterhalb der Achseln oberhalb des Wassers, Thomas versinkt trotz Nudel komplett. So geht das nicht. Susi braucht keine Nudel und die zwei auf denen Thomas nun sitzt halten ihn wenigstens mit dem Kopf über Wasser.

Der Mataranka Thermal Pool gleich in der Nähe ist ein weiterer interessanter Ort des Parks und wird vom gleichen Quellgebiet gespeist. Anders als Bitter Springs, wo der Bachverlauf natürlich geblieben ist und es einem Abenteuer gleicht, in ihm zu schlimmen, ähnelt der Mataranka Pool einem bekannten Thermalbad mit australischem Flair. Unter Palmen führt ein Bordwalk neben einem Bach zu dem ausgebauten Pool. Im Wasser, genauso warm, bläulich und klar, sitzt der Badende am Rand und genießt den Moment.



Wir campen für eine Nacht auf dem Campingplatz des Mataranka Homesteads 50 m vom Pool entfernt. Abends, die Sonne ist am Untergehen, hören wir ungewöhnliche Geräusche in den Bäumen und sehen die ersten Flying Foxes über uns hinweg schweben. Aus den wenigen werden mehr und 20 Minuten lang ist der gesamte Himmel bedeckt von den Tieren. Ein gewaltiges Naturereignis und es müssen Millionen Tiere sein, die zur Futtersuche in die Nacht fliegen. Morgens kommen sie wieder zurück zu ihren Schlafplätzen in den Palmen des Elsey NP. Später sehen wir, wie die Tiere, wie Trauben eng gedrängt, in den Palmen hängen.








Auf der Speisekarte des Homesteads entdecken wir gegrillten Baramundi, ein ausgezeichneter wildlebender Fisch des Nordens. Schon die Kroks am Carhills Crossing liebten sie. Auf der offenen Terrasse angekommen hören wir die Klänge der exzellenten Sängerin Denise Thorman, die uns mit ihren Oldies des letzten Jahrhunderts zusammen mit dem Barra einen schönen Abend beschert. Beschließen noch eine Nacht zu bleiben, um die Flying Foxes noch einmal zu erleben zu dürfen und natürlich auch den Pool zu genießen. Abends sind wir überrascht, die Sängerin Jalloane war unsere Campingnachbarin in Broome.




Nun geht es weiter runter nach Alice Springs, mit einer Strecke von knapp 1.100 km. Damit die Fahrt nicht zu lang wird, liegt am Highway das Daly Waters Pub mit skurrilen Dingen aller Art. Urige Typen, BH-Sammlung an der Bar, freilaufende Hühner und ein Angebot für Reitwillige.






Ein weiterer Punkt ist das Devils Marbles Conservation Reserve mit rundlichen Granitfelsen, die wie übereinandergestapelte Kugeln in der Wüste liegen. Zwei Tage benötigen wir bis Alice und übernachten jeweils im Busch oder auf Straßencamps.






Impressionen








































Veröffentlicht am 28. September 2026, in 2026, Northern Territory. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.
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