Abenteuerstrecke – Gibb River Road Teil 2


Jetzt wartet das spannendste Ziel der Kimberleys auf uns, die Mitchell Falls und deren Küste. Die Straße dorthin ist eine Katastrophe und obwohl wir bereits x-Wasserfurten durchquerten, warten auf der Strecke noch zahlreiche weitere auf uns, eine davon besonders tief und stellt eine Herausforderung dar.

Da müssen wir durch, King Edward River
Mal sehen wie tief es ist, King Edward River
Straße im schlechten Zustand
Kleiner Spaziergang zu Rock Art Wunambal People auf dem Weg zu den Mitchell Falls
Rock Art Wunambal People
Rock Art Wunambal People
Rock Art Wunambal People
Rock Art Wunambal People

Snowy lässt uns nicht im Stich und nach 2 Tagen Holperpiste erreichen wir den Campingplatz bei den Mitchell Falls.

Die Fälle selbst können über eine einfach, knapp 5 km lange Wanderung entlang dem Mitchel River oder per Helikopterflug erreicht werden. Susis Husten hält weiter an und trifft nach 800 m oberhalb der Little Mertens Falls die bittere Entscheidung umzukehren. Die knapp 9 km hin und zurück sind zu viel und Thomas muss auf der abwechslungsreichen Strecke alleine weitergehen. Die Spannung steigt und nach einer Flussdurchquerung wird der Blick auf die Mitchell Falls frei und er ist spektakulär.


Der Mitchell River fällt von einer, von ihm geschaffenen u-förmigen Schlucht 150 m tief über 3 Wasserfälle in verschiedene Becken, bis er fast das Meeresniveau erreicht und sich das Wasser durch Gezeiten mit Salzwasser und deren hungrige Bewohner, den Salties, mischt. Im Schatten auf einem Felsen lässt sich das Spektakel gut beobachten und lädt zu einer längeren Pause mit phantastischem Ausblick ein. Auf dem Weg zurück mit Bad oberhalb der Wasserfälle und dem kalten türkisfarbenen Little Mertens Fall geht es zurück zu Susi auf dem Campingplatz.

Weg zum Little Mertens Falls
Little Mertens Falls
Mitchell River
Big Mertens Fall auf dem Weg zu den Mitchell Falls
Auf dem Weg zu den Mitchell Fall
Auf dem Weg zu den Mitchell Falls
Auf dem Weg zu den Mitchell Falls
Mit der Familie zu den Mitchell Falls
Mitchell Falls


Jetzt ist Susi soweit gefahren und kommt dennoch nicht zu den Mitchell Falls. Erkundigen uns was die Helikopterflüge kosten und buchen einen Flug für Susi zu den Fällen und nach 3 Stunden Aufenthalt dort wieder zurück. Thomas geht die Strecke morgen nochmal und wir treffen uns an den Fällen. Freuen uns und es wird ein schöner Tag. Susi ist genauso begeistert wie Thomas und auf dem Rückflug kommt Susi unerwartet in den Genuss eines Solofluges. Die Maschine wäre leer zurückgeflogen, Susi nimmt das Angebot der Mitname gerne an und Galih der Pilot fliegt für Susi noch ein paar Extrarunden über die Fälle. Soviel wie in dem Jahr in Australien ist Susi noch nie geflogen.

Am Campingplatz Hubschrauber für Flüge über das Mitchell Fall Plateau
Das Cokpit
Dan der Pilot bei der Arbeit
Susi der Copilot
Mitchell Plateau
Mitchell Falls
Landung oberhalb der Mitchell Falls
Mitchell Falls
Baden im Mitchell River, oberhalb der Wasserfälle
Mit Galih wieder zurück
Uns geht der Gesprächstoff nicht aus
Nur ein Sicherheitsgurt wie im Auto und Tür offen, schon etwas mulmiges Gefühl


Der von Peter empfohlene Honneymoon Bay und obwohl es nochmal 200 km dort hin sind, folgen wir und werden nicht enttäuscht. Kurz vor der Bay in Kalumburu, einem von Aboriginies geführten kleinem Städtchen füllen wir die Trinkwasservorräte auf und kaufen ein paar Äpfel, da unsere Vorräte langsam zur Neige gehen. Auf der Gibb gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten und lediglich 2 oder 3 Stellen wo Kleinigkeiten, wie Äpfel, Kartoffeln oder Zwiebeln zu verständlich hohen Preisen erhältlich sind.

Brumbies, Wildpferde
Mission in Kalumburu
Kirche in der Mission, Kalumburu


Lancho ein Halb Aborigine lebt mit seiner Familie auf seinem Land und bezeichnet den Campingplatz an der Honeymoon Bay selbst als rustikal, was er auch ist. Der in die Jahre gekommene Sanitärbereich muss selbst geputzt werden und das Wasser der Duschen ist vom Eisengehalt rötlich braun gefärbt. Wer warme Duschen will, muss den sogenannten „donkey“ einen Heißwasserboiler, mit selbst gesammeltem Holz, anschüren.
Dafür liegt der Platz direkt am Meer und die Atmosphäre ist einmalig. Lancho mit seiner Frau Joy sind liebevolle und herzliche Gastgeber. Die Camper, die es an diesen abgelegenen Ort zieht ebenfalls.

Unser Platz, Honeymoon Bay
Campingplatz Honeymoon Bay
Das ist Junjoola übersetzt Donner oder Sturm
Camper schlafen in Swags, des australischen urigen Kleinzeltes mit integrierter Matratze
Beach, Honeymoon Bay
See Eagle am Camp Honeymoon Bay
Morgenstimmung Honeymoon Bay



Steve unser Nachbar, mit dem wir abends an seinem Lagerfeuer sitzen, verbringt z.B. seit seiner Pension vor 12 Jahren jedes Jahr 3 Monate hier und hat sich mit Lancho angefreundet und hilft ihm bei seinen Bootstouren. Die Touren sind auch ein Grund, warum wir hier sind. Kennen die Küste der Kimberleys von Bildern oder Malcolm Douglas Filmen und mit Lancho bietet sich die Möglichkeit, sie mit seinem Boot zu erleben. Morgens um 6:30 Uhr geht es los.


Cos und Col, eine Pärchen, dass wir schon am Mitchell Fall trafen, sind mit dabei. Zuerst führt der Ausflug gemächlich an der Küste entlang, bevor Lancho die vorgelagerten unbewohnten Inseln ansteuert. Wir sehen Mangroven, zerklüftete Küsten mit weißem Sandstrand und halten am Strand der Lost City, einer Felsformation im Wasser an. Bei der Landung muss immer Acht gegen werden, daß keine Krokodile in der Näher sind, bewohnen sie die Gegend. Auch wenn das Wasser noch so einladend ist, empfiehlt es sich nicht zu baden.

Scenic Tour
Lancho der Captain
Scenic Tour, Kimberleys
Küste Kimberleys
Küste Kimberleys
Küste Kimberleys
Spuren von Schildkröten bei der Eiablage
Lost City, Scenic Tour
Lost City, Scenic Tour
Steve der Freund von Lancho bleibt im Boot


An den Felsen hängen riesige Austern und Lancho öffnet für jeden von uns eine. Austern sind nicht jedermanns Geschmack, doch diese sind kaum schlüpfrig eher fest. So groß, dass man mehrmals hinein beißen kann und schmecken richtig gut im Vergleich zu denen, die wir früher aßen.

Austernsuche, Lost City, Scenic Tour
Austernsuche, Lost City, Scenic Tour
Thomas ist kein Freund von Austern, Susi schon
Lost City, Kimberleys
Kimberleys

Die weitere Tour die Lancho anbietet gilt dem Fischfang und Thomas fährt am nächsten Tag zusammen mit 3 anderen erfahrenen Fischern aufs Meer. Die Gewässer sind vom industriellem Fischfang verschont und reich an Fischen. Die Ausrüstung stellt Lancho und Steve nimmt sich Thomas an und weist ihn in die Technik des Fischfangs ein. Die anderen 3 benötigen keine Erklärung und nachdem wir fast eine Stunde mit dem Boot unterwegs sind, werfen sie sofort ihre Angeln aus. Die Köderfische hatte Lancho bei einem Wurf mit dem Netz am Anfang der Tour an einem Sandstrand gefangen. Das Boot befindet sich ca. 12 Meter über dem Meeresboden. Der am Haken befestigte Köder wird vom Bleigewicht nach unten gezogen und wenn es den Grund erreicht muss die Angelschnur ein wenig eingezogen werden. Unten am Grund befinden sich die Fische und darüber kreisen die Haie. Bevor Thomas seinen ersten Köder unten hat, zieht einer der Jungs schon seinen ersten Fang heraus. Der Fisch wird zur Oberfläche gezogen und Lancho holt ihn mit einem Werkzeug an Bord. Jeder Fisch wird gemessen, darf er nicht zu klein sein, sonst drohen bei einer möglichen Kontrolle hohe Strafen. Es geht munter weiter, die Jungs fangen einen Fisch nach dem anderen, oft verschiedene die meist wunderschön und riesig sind. Die Länge reicht von 40 bis 80 cm. Wow, Thomas fängt schließlich auch einen und an Bord wird er aufgrund seiner geringen Größe gleich wieder in die Freiheit entlassen ohne ihn zu messen. No problem, es ist alles spannend genug und Thomas achtet eh mehr auf das Spektakel der Fänge der anderen als auf die eigene Angel. Erst als beim Novizen ein Hai anbeißt, ist die Konzentration voll bei der Angel. Der Zug ist enorm und kaum möglich die Schnur einzuholen. Der Fisch schwimmt kreuz und quer und kurz vor Erreichen der Wasseroberfläche reißt die Angelschnur. Lancho fährt zu verschiedenen Plätzen, wobei der erste am erfolgreichsten war. Steve hat inzwischen Thomas Angel und es können Fotos gemacht werden. Am letzten Platz wollen die Jungs einen Makro fangen, die bis zu 150 cm lang werden, beißen schnell doch reißt danach immer die Schnur.

Fishing Tour mit Lancho und Steve
Los geht es
Köderfang
Fishing Tour
Fishing Tour
Fishing Tour
Barracuda wurder frei gelassen
Trevally sehr schmackhaft

Was für ein Tag. Kommen mit einer großen Kiste mit Fischen nach Hause und Lancho mit Steve filetieren sie auf 4 gleich große Stapel. Der Deal bei dem Fischfang ist, dass alle gefangenen Fische durch die Anzahl der Teilnehmer geteilt werden und wir, obwohl Thomas keinen fing, in den Genuss eines großen Stapels Filets von 4 kg kommen, der für 4 Abendessen reicht. Die Fische abends sind dann auch eine Delikatesse, riesige Stücke mit festem Fleisch und ausgezeichnetem Geschmack.


Lancho hatte uns beim Filetieren der Fische dazu gedrängt auch ein paar Wings mitzunehmen. Die Fische sind so groß, daß deren vordere Flossen mit dem umgebenen Fleisch eine eigene besonders schmackhafte Mahlzeit darstellen. Die Flossen selbst sollen gebraten sehr knusprig sein und obwohl wir anfänglich skeptisch sind, schmecken die Wings ausgezeichnet.

Wieder zurück
Lancho und Steve filetieren den Fang
Sehr interressiert
Jetzt wird geteilt
Leckere Wings
Unser Dinner


Nach 4 wunderschönen Tagen bei Lancho in seinem urigen Eldorado ruft die Gibb. Passieren den Gibb River, der sich durch das Aufschütten der Straße ein wenig staut, Ähnlichkeit mit der Manning Gorge hat und bleiben schon wieder hängen. Sind natürlich auf diesem freien Campingplatz nicht alleine. Es geht gemütlich zu, die Nachbarn sind alle nett und sitzen entweder in ihren Stühlen oder tummeln sich am Wasser.

Gibb River
Camp am Gibb River
Camp am Gibb River
Lustiges Treiben
Gibb River
Abkühlung naht
Gibb River
Gibb River

Die Gruppe hinter uns kommt nachmittags gerade vom Fluß und entschuldigt sich, dass sie an unserem Lager vorbei müssen. Kurze Zeit später herrscht plötzlich Aufregung am Platz und die Menschen laufen hektisch durcheinander. Als wir nach einem Defibrillator gefragt, wurden wissen wir, dass etwas passiert ist und Susi sprintet nach hinten. Paul ein 60 jähriger Mann, der vorher noch mit der Gruppe an uns vorbei ging, ist an seinem Wohnwagen umgefallen und atmet nicht mehr. Susi mit ihrer Erfahrung, die Freunde Pauls und andere Camper versuchen ihn mit Herzdruckmassage und Beatmung ins Leben zurückzuholen. Ein zwischenzeitlich organisierter Defibrillator von einem weit entfernten Roadhouse kommt auch zum Einsatz.

Nach 2 Stunden, unterstützt am Telefon durch den Rettungsdienst, alles ohne Erfolg, brechen die Helfer die Wiederbelebung ab und akzeptieren, dass sie Paul nicht helfen konnten und er gestorben ist.

Kununurra und Derby, die zwei nächstliegenden Städte sind jeweils 350 km entfernt und die offizielle Unterstützung kommt erst morgen früh. Im Busch herrschen andere Gesetze und die Menschen müssen sich oft selber helfen. Wahrscheinlich sind die Australier deshalb hier draußen besonders freundlich und helfen sich in jeder Situation. In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden und Paul wird in einen Swag vor seinem Wohnwagen gelegt. Seine Frau und Freunde halten Wache und das Lagerfeuer mit unserer Kerze und spenden ein wenig Licht.

Susi schläft die Nacht schlecht und beantwortet am nächsten morgen der eingetroffenen Polizei deren Fragen. Der Wagen, der Paul abholt kommt ein wenig später.

Natürlich stellt sich die Frage ob Paul in einer Stadt gerettet wäre. Auch dort ist man oft alleine, vielleicht sogar öfter als im Busch und die Frage ist nicht zu beantworten. Das Leben gibt keine Garantien, keiner weiß, wann er gehen muss. Bis dahin ist ein Weg das Leben zu genießen und Dinge zu unternehmen, die einem Spaß und Freude bereiten.

Nach Erledigung der Formalitäten und trauriger Verabschiedung setzen wir die Reise fort. Obwohl nach 200 km nach Norden auf der Gibb sind die Highlights auf diesem Abschnitt dünn und kommen schnell zum Pentercost River, der längsten Fußüberquerung auf der Gibb, noch dazu besiedelt von Salties. Der Adrenalinspiegel steigt und zuerst warten wir ab und beobachten andere Fahrzeuge bei der Fahrt durch den Fluss. 40 cm tief, durchsetzt mit großen Steinen und 100 m lang, dennoch scheint es machbar und trauen uns. Snowy rumpelt über die Steine, wir werden gut geschüttelt und landen ohne Schwierigkeiten am anderen Ufer.

Pentecost River naht
Mal sehen wie die Kommenden durchkommen
Pentecost River


Die Gib ist zu Ende und eines unserer großen Abenteuer während des Jahres ebenfalls. Wir waren gut 3 Wochen auf der Strecke und erlebten wunderschöne Tage mit aufregenden Unternehmungen. Die Straße mit ihren Flussüberquerungen war nicht immer im guten Zustand und die Scheinwerfer auf der Bullbar vielen dem Gerüttel zum Opfer. Snowy selbst machte seinen Job phantastisch. Ist nur ein wenig schmutzig geworden und freut sich ebenso wie wir in Wyndham eine Wäsche und ruhiges Fleckchen zu finden.

Das sieht nicht so gut aus
Campingplatz Wyndham

Impressionen

Veröffentlicht am 24. August 2026, in 2026, Western Australia. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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